FRAGEN AN DIE UNBELEBTE NATUR

Fragen an die unbelebte Natur
Inquiring the inanimate nature

Kunstverein Recklinghausen
December 1, 2012 – January 27, 2013
Introduction by Prof. Dr. Ferdinand Ullrich,
Director of Kunsthalle Recklinghausen
An edition and a catalogue has been published.
kunstverein-recklinghausen.de


Ereignis im Raum
by Dr. Thomas Hirsch

[…] Nach wie vor ist die Collage in Verbindung mit Malerei das zentrale künstlerische Verfahren. Kennzeichnend für die Malerei bleiben die aquarellhaft fahlen, faserigen Bahnen, mit denen Trojnarski die Gegenstände quasi aus der Fläche heraushaut. Die neuen Arbeiten zeigen indes dunkle Innenraum-Situationen, die eine Aura des Geheimnisvollen, nur schwer zu Enträtselnden charakterisiert. Tatsächlich ist Angelika Trojnarski hier von bedeutenden physikalischen Experimenten des 17. und 18. Jahrhunderts ausgegangen, welche die Wissenschaften und unser ganzes Leben revolutioniert haben; die Anmutung von Geschichte und Vergangenheit, von Intimität und privatem Ereignis zeichnet diese Bilder aus.

Dazu tragen die Darstellung von Holzstrukturen und die leuchtenden Farbakzente im Dunkel ebenso bei wie die Glühbirnen, die als Relikte im Bild platziert sind.
Die Papierstücke auf der Leinwand, über die Angelika Trojnarski gemalt hat, unterstreichen den Eindruck des Fragmentarischen und steigern die atmosphärisch präsente Anmutung.
Ein Hauch von Endzeit schwingt auch in diesen neuen Bildern von Trojnarski mit.
Und auch hier geht es schließlich um die Frage nach der Dimension des Menschlichen im Fortschritt, vorgetragen mit den Mitteln eines klassischen Mediums: der Malerei.
trailer / Ruhrkunst 01/2013

 

Tesla, Paper collage, spray paint and charcoal, 60 x 60 cm, 2012

 

Magnetit, Paper and oil on canvas, 140 x 120 cm, 2012

Petrus Peregrinus von Maricourt, Begründer der Wissenschaft vom Magnetismus,
schreibt in De Magnete, 1558:

„Liebster meiner Freunde, auf Deinen Wunsch hin werde ich Dir, so wie ich es gerade kann, über eine gewisse geheimnisvolle Kraft des Magnetsteins mit einfachen Worten berichten. […]
Du mußt wissen, mein sehr Lieber, daß dieser Stein eine Ähnlichkeit mit dem Himmelsgewölbe hat, wie ich nachher mit Experimenten erweisen werde. Ähnlichkeit deswegen, weil das Himmelsgewölbe zwei ausgezeichnete Punkte besitzt, um die es sich wie um eine durch sie gehende Achse dreht und deren einer arktischer Pol oder Nordpol, deren anderer antarktischer oder Südpol heißt. Genauso wirst Du an dem Stein eindeutig zwei Punkte unterscheiden lernen, einen nördlichen und einen südlichen.
Wird nämlich so ein Stück Stein zu einer Kugel geformt, wie es die Edelsteinschleifer können, und werden auf sie kurze Stückchen von Eisen z.B. Bruchstücke einer Nähnadel, aufgelegt und deren jeweilige Lage auf der Kugel markiert, so findet man, daß sie sich ordnen nach Art der Meridiane auf einem Himmelsglobus, die auf zwei gegenüberliegende Stellen, die Pole zulaufen.“

 

 

Actio et Reactio, Paper and oil on canvas, 160 x 140 cm, 2012

 

Ørsted, Paper and oil on canvas, 60 x 60 cm, 2012
Magna Scintilla, Paper and oil on canvas, 60 x 60 cm, 2012

 

Horror Vacui, Paper and oil on canvas, 140 x 110 cm, 2012

 

Lux Aeterna, Paper and oil on canvas, 60 x 60 cm, 2012

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